Bocholt (PID) – Inmitten der Bocholter Aa entsteht jetzt eine naturnahe Auenlandschaft. Dafür werden zwei kleine Inseln angelegt. Das Flussbett wird im Bereich des ehemaligen Ibena-Geländes / Höhe Textilmuseum (Weberei) geweitet. Anschließend werden die Inseln aufgeschüttet und das Ufer modelliert.

In den kommenden Wochen wird der Bereich mit dem Bagger ausgekoffert. Der Wasserpegel der Aa wird dafür ab Donnerstag, 20. Oktober 2016, zwischen Aasee (Königsmühle) und Innenstadt (Schleuse Mariengymnasium) abgesenkt. Die Arbeiten sind für zwei Wochen angesetzt.

Die beiden Inseln werden eine Gesamtfläche von rund 370 qm haben und bei normalem Wasserstand nur etwa 20 Zentimeter über dem Wasserspiegel des Flusses liegen. Flache, ufernahe Zonen und eine gewässertypische Bepflanzung mir Röhrichten, Stauden und Sträuchern werden künftig Fischen und anderen Wasserlebewesen einen feuchten, naturnahen Schutz- und Lebensraum bieten. Es wird ein Nebengerinne entstehen, das die Strömungsverhältnisse verbessert. Die Maßnahme ist Teil der großflächigen Infrastrukturmaßnahme unter dem Titel „Kulturquartier Bocholter Aa und Industriestraße“ (Kubaai).

Aueninseln Bocholter Aa

Bauprojekt „Kubaai“ – Was ist das?

Das „Kubaai“-Areal bildet die Verbindungsspange zwischen der Bocholter Innenstadt und dem Freizeit- und Erholungsschwerpunkt am Aasee. Die Stadt will auf der rund 25 ha großen Industriebrache neue Wohn-, Bildungs-, Kultur- und Dienstleistungsangebote schaffen – quasi ein neues Stadtquartier bauen. Neben der Ansiedlung von klassischen Kultur- und Bildungseinrichtungen wie Musikschule, VHS und Stadtarchiv soll sich die freie Kunst- und Kulturszene entfalten können. Dafür soll eine alte Spinnereihalle zu einem „Lernwerk“ umgebaut werden. Eine Podiumbrücke soll die Aa-Ufer zwischen den Museumsteilen Weberei und Spinnerei verbinden. Der Fluss selbst wird an verschiedenen Stellen aufgewertet, etwa mit der oben beschriebenen Auenlandschaft.

Millionenprojekt

Bezuschusst wird das Millionenprojekt vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Strukturförderprogramms Regionale 2016 mit über 10 Mio Euro; es die höchste Fördersumme, die jemals in die Bocholter Stadtentwicklung geflossen ist. Die Stadt Bocholt wird 12,7 Mio Euro investieren. Die Realisierungen der gesamten „Kubaai“-Ideen erstrecken sich über einen geschätzten Zeitraum von 10 bis 15 Jahren.